Glossar

Drucksäuerung

Säure wird mit Wasser von Erdoberfläche in das Reservoir gedrückt.

Zielsetzung: Klufterweiterung

–        Kein Aufbrechen von Gestein

–        Nach Airlift werden Salze gefiltert und entsorgt

–        Bei restlichen Salzen tritt Verdünnungseffekt ein

 

Förderbohrung

Förderbohrungen dienen dazu, flüssige oder gasförmige Stoffe an die Erdoberfläche zu transportieren, z.B. Erdöl, Erdgas, Grundwasser oder Thermalwasser.

 

Fündigkeitsprognose

Erstellung von Wahrscheinlichkeit der Fündigkeitseintrittes. Möglichkeiten:

–        Geologisches Standortgutachten

–        Vergleich von Bohrungen im Umkreis

–        Auswertung von vorhandenen geologischen Daten und Karten

–        Probebohrungen

–        Seismik

–        Zukauf von schon bestehender Seismik

 

Fracking

Erzeugung neuer Risse im Gestein; mechanisches Aufbrechen des Gesteins & Einbringung von Stützmitteln, die das Gestein offen halten.

 

Hydrothermale Geothermie

Die Hydrothermale Geothermie ist ein Teilgebiet der Tiefen Geothermie. Dabei wird die Wärme dem Untergrund im Wesentlichen zusammen mit dem heißen Wasser entnommen. Das System ist im Prinzip eine Heizwasser Förderung. Das abgekühlte Wasser wird durch Reinjizierung in einem Kreislauf wieder im Boden eingebracht.

 

Induzierte Seismizität

Von Menschen verursachte Erschütterungen durch:

–        Bergbau (Kohleabbau)

–        beim Aufstauen von Stauseen

–        Verpressung von Wasser in tiefen Bohrungen

–        bei Stimulierung

–        beim Pumpen von Wasser aus großer Tiefe

–        beim Fördern von Erdöl oder Erdgas

–        durch unterirdische Explosionen

 

Petrothermale Geothermie

Bei der petrothermalen Geothermie kann im Gegensatz zur hydrothermalen Geothermie nicht auf natürlich vorhandenen Wasserdampf oder Thermalwasser zurückgegriffen werden. Dabei wird in künstlich vergrößerte Risse und Klüfte unter hohem Druck in einer Tiefe von ca. 2.000 – 6.000 Metern Wasser eingepresst. Das Wasser erhitzt sich durch das heiße Gestein und wird durch die Förderbohrung zur Erdoberfläche gepumpt.

 

Pumpversuch

Mit einem Pumpversuch soll primär die Förderleistung des Bohrloches herausgefunden werden. Dazu wird die Beschaffenheit des Grundwasserleiters bezüglich der Durchlässigkeit, der Speichereigenschaften und der Zusammensetzung des Wassers geprüft. Folgende Werte zur Planung des Heiz- bzw. Kraftwerkes werden dabei ermittelt:

–        Temperatur der Bohrlochflüssigkeit (Grad Celsius)

–        Schüttung der Bohrung (Liter)

–        Absenkung des Wasserspiegels bei Durchfluss

 

Reinjektionsbohrung

Bohrung zum Einleiten des abgekühlten Thermalwassers ins Erdreich.

 

Stimulation (hydraulisch)

Bereits im Untergrund existierende Risse werden geweitet unter Einsatz von Wasser und Salz zur nachhaltigen thermischen Bewirtschaftung des Untergrunds.

Stimulation (chemisch)

Aufweitung existenter Risse im Gestein mittels Wasser und weiterer chemischer Zusätze zur nachhaltigen thermischen Bewirtschaftung des Untergrunds.

 

Thermalwasser

Thermalwasser ist signifikant wärmer als das umgebende Grundwasser. Das Wasser wird im Erdinneren durch vulkanische Aktivitäten oder durch Zirkulation in tiefere heiße Gesteinsschichten erhitzt.

 

Vergleich Kalina / Organic Rankine Cycle (ORC)-Prozess

Was passiert bei beiden?

–        Heißes Wasser wird aus der Tiefe hochgepumpt

–        Im Evaporator wird Arbeitsmittel durch Wasser verdampft (ab ca. 95° C)

–        Dampf wird durch Turbine in Energie umgewandelt

–        Durch entstandenen Druck wird Turbine angetrieben

–        Strom entsteht

–        Kondensation des Dampfes

–        Wasser zurück in Reinjektionsloch

 

Unterschied zwischen den Kreisläufen: Arbeitsmittel

Arbeitsmittel Kalina (Ammoniak-H₂O): Dieses Arbeitsmittel ist nicht klimaschädlich, passt sich der Fördertemperatur des Wassers an, korrodiert schneller, hat einen besseren Wirkungsgrad, benötigt einen höheren Aufwand bei der Anlagenkonstruktion und wird beim Verdampfen heißer.

Arbeitsmittel ORC-Prozess (Organisches Arbeitsmittel z.B. Isopentan): Dieses Arbeitsmittel besitzt eine gleichbleibende Temperatur, benötigt einen geringeren Anlagenaufwand, ist explosiver, weniger korrosiv und es besteht ein höherer Erfahrungsschatz im Umgang mit organischen Arbeitsmitteln.