TIGER-Abschlussveranstaltung: Tiefe Geothermie im Gespräch

In Saarbrücken stellte gestern das Forschungsverbundprojekt „Tiefe Geothermie: Akzeptanz und Kommunikation einer innovativen Technologie“ (TIGER) seine Ergebnisse vor. Das Projekt soll zu einer systematischeren Wissensvermittlung und einem besseren Dialog mit der Öffentlichkeit führen.
Ergebnis-Vorstellung im Dreieck zwischen Forschung, Wirtschaft und Politik: Das Forschungsprojekt TIGER hat am gestrigen Mittwoch seine Erkenntnisse einem breiten Publikum vorgestellt. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Uwe Rentmeister von der Industrie- und Handelskammer Saarland. Reinhold Jost (SPD), Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, stellte die Klimastrategie des Saarlandes vor. Sarah Wurth vom Projektträger Jülich informierte zu Akzeptanz- und Forschungs-Themen im Rahmen des 6. Energieforschungsprogrammes der Bundesregierung. Professor Dr. Dr. Mathias Bauer begrüßte die Anwesenden und führte in die Veranstaltung ein.

Im Anschluss hat Dr. Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbandes Geothermie e.V. (BVG), mit einem Impulsvortrag die Situation der Geothermie in Deutschland geschildert. Anna Borg von der CBM GmbH stellten TIGER vor. Johanna Kluge und Dr. Bianka Trevisan von der RWTH Aachen University erläuterten die wissenschaftlichen Grundlagen und Ergebnisse. Sabine Schwendemann und Aike van Douwe von der gec-co GmbH präsentierten technische Gestaltungsspielräume von Geothermie-Anlagen sowie die aktive Pressearbeit von TIGER. Im Anschluss daran diskutierten die Besucher auf dem „Marktplatz Kommunikation in der Geothermie“ intensiv zu den Themen Vertrauen, Transparenz und Wissensvermittlung.

TIGER-Projektkoordinatorin Anna Borg fasst zusammen: „Öffentlichkeitsarbeit und Akzeptanz Tiefer Geothermie zu gestalten, müssen Kernanliegen der Geothermie-Branche und der Politik sein. Akzeptanz-Hürden in geothermischen Privileg-Regionen und die richtige Art zu kommunizieren sind Themen, die auf die Entwicklung der Geothermie großen Einfluss haben.“ TIGER ist ein seit 2012 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Forschungsprojekt, das zum Jahresende ausläuft. Hauptziel des Vorhabens ist gewesen, die Akzeptanz und das Wissen zu Tiefer Geothermie in der Bevölkerung zu untersuchen und auf Basis dieser Ergebnisse ein Instrumentarium zur Kommunikation dieser innovativen Energieform zu entwickeln.

Aus dem TIGER-Projekt sind entstanden:

  •  TIGER-Kommunikationskonzept: Für Betreiber, Behörden und Institutionen bietet es Handlungsempfehlungen zur strategischen Kommunikation mit der Öffentlichkeit.
  •  TIGER-App: Besteht aus TIGER-Toolbox, TIGER-Spiel und Basiswissen. Es versammelt Basiswissen zur Tiefen Erdwärme. Die TIGER-Toolbox bildet den praxisorientierten Werkzeugkasten für typische Kommunikations-Situationen bei Planung, Bau und Betrieb von Tiefe-Geothermie-Anlagen. Das TIGER-Spiel bringt in einer plattformübergreifenden Anwendung Interessierten Geothermie, Akzeptanz und Kommunikation spielerisch näher.

Anna Borg erläutert: „Mit diesen Instrumenten schaffen wir Wissen und bieten wir grundlegende Unterstützung beim Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Medien.“

Die TIGER-Ergebnisse gelten für die Tiefe Geothermie, ob sie auch auch auf andere Technologien und Vorhaben übertragbar sind, ist zu erforschen. Die Reaktion von Bürgerinnen und Bürgern auf Unbekanntes und neue Technologien ähneln sich häufig. In einer Podiumsdiskussion am Nachmittag zeigt sich, dass sogar Geothermie-Experten ähnliche Wünsche und Erwartungen an die Technologie hegen, wie die Öffentlichkeit. Dr. Erwin Knapek vom Bundesverband Geothermie e.V., Dr. Birgit Müller vom Landesforschungszentrum Geothermie in Baden-Württemberg, Simon Himmel von der RWTH Aachen University und Dr. Detlev Rettenmaier von der geothermeon AG aus Landau traten für frühzeitige, offene und transparente Kommunikation, für einen aktiven Einbezug der Bevölkerung, Bildungsangebote und eine unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Betreibern von Tiefe-Geothermie-Anlagen ein.

Abgerundet wurde die TIGER-Abschlussveranstaltung durch einen Ausblick in die Zukunft der Geothermie von Professor Dr. Rolf Bracke vom GeothermieZentrum Bochum und einem Überblick über die Energie-Forschungslandschaft von Dr. Volker Monser vom Projektträger Jülich.

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