Ziele und Vorgehen von TIGER

Bis zum Jahr 2020 sollen in Deutschland mindestens 35 % des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, ist neben der Erforschung der technischen Methoden zur Energiegewinnung aus Windkraft, Solar, Biomasse und Tiefe Geothermie vor allem die Akzeptanz von erneuerbaren Energien in der öffentlichen Wahrnehmung unverzichtbar.

TIGER Deutschlandkarte

Standorte der TIGER Praxispartner

Investoren und Betreiber Tiefer Geothermie sind tief verunsichert: politische Unwägbarkeiten einerseits und eine zunehmend kritisch eingestellte Öffentlichkeit verlangen ein Umdenken im Umgang zwischen Bürgern, Behörden und Betreibern bzw. Investoren. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Verbundprojekt “Tiefe Geothermie: Akzeptanz und Kommunikation einer innovativen Technologie” (TIGER) (Laufzeit März 2012 – Februar 2015) erforscht akzeptanzrelevante Faktoren Tiefer Geothermie und geht der Frage nach, mit welchen kommunikativen Mitteln die Öffentlichkeit sachlich informiert werden kann. Erstmals gehen dazu Geistes- und Sozialwissenschaftler sowie Ingenieure gemeinsam mit Praxispartnern (Betreiber geothermischer Kraftwerke) in Bayern und am Oberrhein der Frage nach, wie in jeder Phase eines Tiefe Geothermie Projekts passend kommuniziert werden kann.

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Das Vorgehen

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Das TIGER-Forschungsteam bei der Vor-Ort-Erhebung in Eich

In einem Mehrmethodenansatz werden durch psychologische Erhebungsverfahren die akzeptanzrelevanten Faktoren ermittelt und mit den durch textanalytische Verfahren ermittelten Bewertungseigenschaften der öffentlichen Diskussion in Presse und Online-Medien in Bezug gesetzt. Betrachtet werden auch die technischen Gestaltungsspielräume geothermischer Anlagen und regionale Besonderheiten, die die Wahrnehmung und Akzeptanz beeinflussen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in ein Kommunikationskonzept ein, das in Form eines Baukastens während der Planungsphase, der Umsetzung, des Betriebs und des Rückbaues geothermischer Kraftwerke genutzt werden kann. Das Endergebnis ist ein ganzheitlicher Kommunikationsansatz, der sowohl technische Gesichtspunkte als auch Akzeptanzfaktoren sowie zielgruppengerechte Kommunikation vereint. Die Umsetzung der Ziele wird durch eine interdisziplinäre Herangehensweise der drei Verbundpartner sichergestellt. Kompetenzen aus den Bereichen Ingenieurwissenschaft, Geistes- und Sozialwissenschaft sowie von Praxispartnern vor Ort werden unter Einbindung aller betroffenen gesellschaftlichen Gruppen verzahnt.